Standort

alle urbanen Gebiete in NL

Nutzung

Multifunktionell; Verbesserung der Wohnqualität in der Stadt

Bauphase

BNA Wettbewerb 2010

Entwurf

030ARCHITECTEN und Schaapveld Architectuur

Beschreibung

1.Preis BNA Wettbewerb für junge Architekten, 2010

Größere niederländische Städte kämpfen heutzutage mit zwei Problemen:
Zum einen ziehen junge Familien in großer Anzahl in die Randgebiete und Neubauviertel und zum anderen wächst der Leerstand über den Geschäften in den Innenstädten. Diese Entwicklungen haben einerseits große wirtschaftliche Folgen für die Städte und führen andererseits zu leeren Straßenbildern nach Geschäftszeit.

Das Konzept ‚woondaken‘ greift diese zwei Punkte auf und bietet eine neue Vision zum kinderfreundlichen Wohnen in der Innenstadt an.

Die am häufigsten genannten Gründe für Familien, um in die Neubaugebiete zu ziehen, sind bezahlbare Wohnungen, ein eigener Garten, die beschützten Spielmöglichkeiten und der eigene Parkplatz vor der Tür. Darüber hinaus sind Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen weitere Argumente, die bei der Standortwahl eine Rolle spielen.

Um die Familien in den Städten zu halten, muss die Wohnqualität von den Randgebieten in die Innenstadt gebracht werden. Möglich ist das oben drauf! Das Konzept ‚woondaken‘ legt ein zweites Erschließungsniveau auf die Dächer der bestehenden Bebauung, um die oberen, leer stehenden Räumlichkeiten und den eventuellen Neubau (wieder) zugänglich zu machen. So wird die maximale Geschäftsfläche im Erdgeschoss beibehalten und können auch die höher liegenden Gebäudeeinheiten maximal genutzt werden.Der öffentliche Weg soll in kleinen Stegen und bei eventuell brachliegenden Grundstücken langsam ansteigend auf das höher gelegene Niveau gebracht werden. Kinderwagen und Fahrräder müssen ohne Hindernisse die ‚woondaken = Wohndächer‘ erreichen können, um bis zur eigenen Haustür zu gelangen. Es entsteht eine völlig neue Dachlandschaft, die sich wie ein roter Läufer über die Innenstadt legt. Es werden neue Außenräume kreiert, um zu spielen und um sich aufzuhalten. Verschiedene Wohnungstypen vom Einfamilienhaus, Reihenhaus bis zum Appartement liefern eine große Wohnvielfalt für unterschiedlichste Bewohnergruppen. Die Erfahrung lehrt, das was Kindern gefällt, spricht auch Erwachsene an.

Ein Turm kann zur Verdichtung beitragen und stellt eine weitere vertikale Erschließungsmöglichkeit zur Verfügung. Der Turm kann verschiedene Funktionen (Wohnen, ärztliche Einrichtungen, Kindergarten etc.) aufnehmen und unterstützt damit die Multifunktionalität der Innenstadt. Auch im Turm wird der öffentliche Weg geräumig rundum geführt bis zur Haustür der jeweiligen Wohnung – also keine dunklen schmalen Erschließungsgänge, sondern Wohnen an der Straße.

Das Konzept ‚woondaken‘ ist sehr flexibel und in nahezu allen niederländischen Städten anzuwenden. Durch den roten Läufer der Wohndächer verweben sich Neubau und bestehende Umgebung und wird Begegnung und Austausch stimuliert. Jede Innenstadt hat versteckte Potentiale.

In der weiteren Ausarbeitung des Wettbewerbs wird gezeigt, wie flexibel das Konzept ‚woondaken‘ ist. Nicht nur die Innenstädte können hiervon profitieren, auch in den Stadtteilen der 1950er und 1960er kann das Wohnmilieu verbessert werden.Anhand von drei verschiedenen Stadtstrukturen wird gezeigt, wie ‚woondaken‘ mit gezielten Eingriffen die bestehende Bebauung deutlich verbessern kann. Die gewachsene Innenstadt wurde schon ausführlich analysiert. Die Streifenbebauung erfordert zukünftig eine Auseinandersetzung mit anonymen Zwischengebieten. Und der großmaßstäbliche Baublock bietet die Herausforderung des Problems von zu kleinen Wohnungen und einseitiger Wohnstruktur.